Die Arbeit im Kino geht eifrig weiter. Jeden Tag gibt es Veränderungen uns sieht das Kino etwas mehr fertig aus. Hinter dem Kino wird es ein Openairkino mit Bühne geben, für welches das Gerüst mittlerweile steht:
| Von Im Bau - Mosaiktische und Tackern |
Außerdem ist nun auch schon die Hälfte des Kinos mit Stoff betackert worden. Hier ein paar Fotos davon - eins von der Bühne aus und eins von den Jungs und Mädels bei der Arbeit:
| Von Im Bau - Mosaiktische und Tackern |
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Neben den technischen Verkabelungen von Lautsprechern, Projektor, Lampen und Klimaanlagen - für die die Professionals im Team zuständig sind - können wir technisch eher unerfahrenen Volunteers uns bis zur Eröffnung nächste Woche der noch notwendigen baulichen Maßnahmen annehmen. Die Stühle, von denen ich geschrieben habe, sind nun abgeschlossen. Gestern habe ich dann bei einer etwas weniger körperlich anstrengenden Arbeit mitgemacht. Die Fabrik Al-Jalbouni, bei der wir die Stühle geschraubt haben, hat uns ca. 15 Tische aus Metall gefertigt, deren Platten mit von uns gefertigten Mosaiken belegt werden. Eine sehr meditative Arbeit - hier ein paar Fotos.
Von links nach rechts: Lara (eine Freiwillige), Allam (Mitarbeiter beim Cinema Jenin, der direkt nebenan wohnt und auf dessen Land der Garten des Kinos entsteht), Annette (die Frau von Markus Vetter) und Anne (eine weitere Freiwillige):
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Die Kinder von Allam bei der Arbeit:
| Von Im Bau - Mosaiktische und Tackern |
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In Allams Hauseingang haben wir gearbeitet - Annette beaufsichtigt unser Werk und ist zufrieden :)
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| Von Im Bau - Mosaiktische und Tackern |
Allam ist - wie man an seinem Lächeln vermuten kann - ein unglaublich netter Mann. Ihm gehört, wie geschrieben, das Land, auf dem der Garten des Kinos steht und er wird auch für die Cafeteria im Garten verantwortlich sein. Ich werde versuchen, demnächst ein paar der Palästinenser hier detaillierter vorzustellen.
Am Abend jeden Tages um 19 Uhr haben wir ein Gruppenmeeting, von dem ich ja schon kurz erzählt hatte. Wir treffen uns immer hinter dem Kino, fassen die Ergebnisse des Tages zusammen und verteilen Aufgaben für Restarbeiten am Abend und die Arbeiten am nächsten Tag. Gestern abend gab es eine Überraschung. Mitten in dem Treffen kam der Governor vom Distrikt Jenin zusammen mit dem Leiter der Fatah von Jenin und der gesamten Fatah-Delegation Jenins zu Besuch. Der Governor und der Fatah-Kopf haben beide eine kurze Dankesrede an uns volunteers gerichtet. Vor allem der Governor hat die Arbeit mit rührenden Worten gewürdigt und verkündet, dass Jenin ein Ort für Besucher aller Religionen werden solle. Danach wurden dann allen Freiwilligen Dankesurkunden verteilt mit jeweiligem namentlichem Aufruf und Händeschütteln mit der gesamten Delegation. Es zeigt sich also, dass das Projekt hier sowohl von den Bürgern als auch von den Politikern nicht nur akzeptiert, sondern auch voll unterstützt wird.
Dazu fällt mir eine weitere Sache ein: Für die Eröffnung ist als großer musikalischer Act ein Auftritt von dem Trio Gibran - einer internationalen palästinensischen Musiktruppe - eingeplant. Dieser drohte zu platzen, nachdem Gelder, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde versprochen wurden, nicht gekommen waren. Markus hatte deshalb vor drei Tagen verkündet, dass dem Trio abgesagt werden musste und diese schlechte Nachricht dem Premierminister Salam Fayyad überbracht werden würde. Gestern hat Markus dann eine freudige Nachricht mitgebracht: Bei einem Treffen mit Fayyad hat dieser das Projekt wohl in höchsten Tönen gelobt, großes Interesse bekundet UND versprochen, dass das Geld noch diese Woche kommen würde. Heute ist es auf dem Konto angekommen und das Trio kann kommen. Tja, neben einem schönen Kino wird mit dem Projekt also auch die Effizienz der Politik hier erzogen ;-) Zudem hat sich Fayyad auch zum Festival angekündigt.
Zum Ende noch kurz etwas zum heutigen Tag: Nach dem Frühstück habe ich mit Anne auf einem Drittel des Hinterhofs des Kinos - wo das Open-Air-Kino entsteht - die Fugen zwischen Sandsteinen mit Mörtel gefüllt. Dabei hat uns Mustafa, ein ca. 14jähriger palästinensischer Junge eifrig beim Anmischen des Mörtels geholfen. Damit waren wir in drei Stunden fertig. Dann habe ich mit Amjat (einem Palästinenser) und einem Ami Lampen angemalt für zwei Stunden. Und danach hat Amjat gefragt, ob ich mit ihm bei einem Freund Kaffee trinken und etwas Essen möchte. Klar bin ich mitgegangen. Sein Freund, Mahmudi, arbeitet in einem kleinen Schlachterladen, wo wir uns dann dazugesetzt und wenige Minuten später arabischen Kaffee und Falafel in Pitabrot gekriegt haben. Mahmudi und einige weitere Freunde waren dabei und mit Amjat als Übersetzer haben wir uns unterhalten. Wie ich ja bereits geschrieben hatte, ist die Gastfreundlichkeit der Palästinenser ganz besonder. Mahmudi hat mehrfach gesagt, dass er sich freue, dass ich ihn mit Amjat besuche und dass ich unbedingt wieder kommen müsse. Ein anderer Palästinenser, Urwa, der auch im Projekt mitarbeitet, hat mich in das Dorf, wo er wohnt eingeladen, und noch ein anderer, Yusef, wohnt im Flüchtlingslager von Jenin (das geht in die Stadt Jenin über) und hat mir heute erneut angeboten, mir dort eine Führung zu geben. Das Lager ist 2002 bei einem israelischen Angriff komplett zerstört worden.
So, jetzt habe ich wieder eine ganze Menge - hoffentlich nicht allzu wirr - geschrieben. Ich habe, wie immer, noch vieeel mehr zu erzählen, soviel passiert hier jeden Tag. Aber für heute höre ich besser auf. Ich werde in einem der nächsten Beiträge mal unseren 'normalen' Tagesablauf hier beschreiben. Ach ja, eine Sache noch - heute sind die Aufgaben für das Festival vergeben worden und ich bin im Presseteam, d.h. Betreuung der anreisenden internationalen Presse, Verfassen von Pressemitteilungen, Ansprechpartner für Gäste etc. Sehr interessant!
Zu guter Letzt ein Foto von den Plakaten, die in Jenin und allen größeren Städten der Westbank (insb. Nablus, Ramallah und Jerusalem) verteilt wurden zur Werbung für das Kino:
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Gute Nacht, Salam und bis bald!
Daniel

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